Konzert | Fr, 02.02. 2018 | 19:30
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Georg Breinschmid & Thomas Gansch

BRANSCH

Intergalaktisch unterwegs zwischen dem Stern Jazz und dem Planeten Wien

Eine „intergalaktische Reise“ sei ein Konzert des Duos Thomas Gansch und Georg Breinschmid, war einmal sinngemäß zu lesen. Darin liegt in der Tat mehr als ein Körnchen Wahrheit, schließlich liegt die Kombination Kontrabass und Trompete nicht sofort auf der Hand, wirkt sie doch ein bisschen wie von einem fremden Stern. Dass die Musik der beiden so eine lustvolle, spielerisch-mäandernde Gratwanderung entlang der Grenzen und Unwegsamkeiten der unterschiedlichsten Genres ist, mag aber auch zum „intergalaktischen“ Charakter des Konzerterlebnisses beigetragen haben. Beide Herren – jeweils Meister ihres Fachs – vermögen es, die technischen Grenzen ihrer Instrumente auszuloten und das Instrumentarium Trompete und Kontrabass dabei noch um ein Vielfaches, bei Bedarf auch gerne spontan, zu erweitern: So wird beim gemeinsamen Jammen auch geschnalzt, gegrooved, gepfiffen und sogar auf Bodypercussion zurückgegriffen.

Dies alles geschieht jedoch mit fester Anbindung an die Homebase Jazz, in der beide unbestritten zuhause sind; als „unorthodox“ und „zurzeit interessanteste Entwicklung im österreichischen Jazz überhaupt“ wurden beispielsweise die Kompositionen des Kontrabassisten Breinschmid bezeichnet. Dem steht auch sein musikalischer Partner Thomas Gansch in nichts nach: Grenzen gebe es für ihn in der Musik keine, so bekundete der Trompeter einmal auf Nachfrage in einem Interview. Zwei Universaltalente, denen man bei einem neuen, packenden Projekt immer wieder gerne zuhört.

Wer lässt sich auf so etwas ein? Trompete und Kontrabass im Duo, ts ts ts... das lässt doch eine Verlegenheitslösung vermuten von zwei Musikern, die in der Wüste sitzen, Lust aufs Musik machen haben und niemanden sonst finden als der eine einen Kontrabassisten und der andere einen Trompeter. Jedoch ist sozusagen das Gegenteil der Fall. Die beiden genialen Instrumentalisten haben einander in einem gigantischen Pool von Topmusikern in Zentralmitteleuropa gefunden und machen auf herz- und kopferfrischende Weise das Unmögliche möglich: Kontrabass und Trompete im Duo.

Zählt man aber noch die Stimmen der beiden dazu, das im Bass integrierte Schlagzeug, ein bisserl Pfeifen, Bodypercussion und das Flügelhorn, ist da schon ein Trio oder Quartett am Werk. Eine Personenbeschreibung wird den beiden Querfeldeingängern kaum gerecht, denn allzu leicht sprengen sie die Grenzen jeder Beschreibung. Und wie klingt die Musik in der Welt von Breinschmid und Gansch? Die groovt, fetzt, zärtelt, schnalzt, scherzt, wuselt, schnauft und swingt intergalaktisch zwischen dem Stern Jazz und dem Planeten Wien, dass es eine wahre Freude ist. Bumtschakabumtrara.

Thomas Gansch: Trompete, Stimme
Georg Breinschmid: Kontrabass, Stimme

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