David Scheid

David Scheid, 1983 in Wien geboren und in Niederösterreich aufgewachsen, fand seinen Zugang zur Kunst nicht über klassische Bühnenwege, sondern über Beats und seine feine Beobachtungsgabe. Ein Schlüsselmoment war ein Konzert der Beastie Boys Ende der 1990er-Jahre – danach stand der erste Plattenspieler im Zimmer und der Künstler begann, sich als DJ auszuprobieren. Nach einer Lehre zum Landschaftsgärtner, die er aus gesundheitlichen Gründen abbrechen musste, zog es ihn endgültig in die kreative Szene: Er arbeitete als Filmvorführer, legte im Wiener Underground auf und entdeckte parallel den Poetry-Slam als Ausdrucksform für sich.

Aus dieser Mischung aus Musik, Sprache und Subkultur entwickelte sich Schritt für Schritt sein künstlerisches Profil. Gemeinsam mit Rapper Heinrich Himalaya rief David Scheid das Format „Rapper lesen Rapper“ ins Leben – eine ebenso unkonventionelle wie erfolgreiche Veranstaltungsreihe zwischen Literatur, Rap und Clubkultur. Schon früh zeigte sich dabei sein Gespür für eigenwillige Formate und seine Fähigkeit, unterschiedliche Kunstformen miteinander zu verbinden – ein Ansatz, der sein Schaffen bis heute prägt.

Vom Underground auf die große Bühne
Der Durchbruch gelang David Scheid ab Mitte der 2010er-Jahre: 2016 wurde er beim Grazer Kleinkunstvogel sowohl mit dem Jurypreis als auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Kurz darauf folgte mit „REMIX“ sein erstes Kabarettprogramm, weitere Eigenproduktionen etablierten ihn als feste Größe in der österreichischen Kabarettszene. Einem breiten Publikum wurde David Scheid vor allem durch seine Kunstfigur „Dave“ bekannt – ein wohlstandsverwahrloster Möchtegern-Influencer, der zwischen Selbstüberschätzung und Orientierungslosigkeit pendelt. Mit dieser Rolle war er nicht nur in der ORF-Serie „Dave“, sondern auch als Society-Reporter in „Willkommen Österreich“ zu sehen.

Parallel dazu entwickelte David Scheid seine Handschrift als Bühnenkünstler konsequent weiter: Seine Programme verbinden Stand-up, Poetry-Slam, Rap und DJ-Kultur – inklusive Live-Scratching und multimedialer Elemente. Inhaltlich bewegt er sich zwischen Polit-Satire und Anarcho-Humor, stets mit einem wachen Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen. Auch als Schauspieler ist er erfolgreich, zuletzt unter anderem in dem vielfach beachteten Spielfilm „Des Teufels Bad“. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem Künstler, der sich bewusst jeder klaren Schublade entzieht.

Abrechnung mit der Welt im Ausnahmezustand: „The Kabarettist“
Mit „The Kabarettist“ bringt David Scheid sein bisher aufwendigstes Programm auf die Bühne. In einem dystopischen Zukunftsszenario stellt er zentrale Fragen unserer Gegenwart: Darf man über den Weltuntergang lachen? Was ist Wahrheit – und was bloß Inszenierung? Zwischen politischer Zuspitzung, absurden Gedankenspielen und pointierten Beobachtungen entwirft er eine Welt, die gleichzeitig fern und erschreckend nah wirkt.

Bereits die Premiere im Wiener Stadtsaal im vergangenen Oktober zeigte, dass der Künstler seinem unverkennbaren Stil auch im neuen Programm treu bleibt: Mit Turntables, Videoscratches und musikalischen Elementen verbindet er klassische Kabarettformen mit moderner Performance. So entsteht eine vielschichtige Show, die Humor nutzt, um sich den komplexeren Fragen unserer Zeit zu nähern – mal scharf, mal verspielt, aber immer mit dem Ziel, das Publikum zum Lachen und Nachdenken zu bringen. Am Freitag, den 24. April, ist David Scheid mit „The Kabarettist“ im OVAL zu Gast.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/David_Scheid
https://www.oeticket.com/magazine/news-stories/david-scheid-wenn-man-gecancelt-wird-hat-man-etwas-geleistet
https://www.derstandard.at/story/3000000292969/david-scheid-ist-the-kabarettist-so-lange-ihn-das-fboe-noch-laesst