Filipa Cardoso

FADO – der Blues Portugals

Auf der zweiten Fado-Tour (die erste im Jänner 2012 war überall restlos ausverkauft!) präsentieren wir mit der grandiosen FILIPA CARDOSO eine jener wenigen jungen Fadistas (so werden sowohl die weiblichen, als auch die männlichen Sänger bezeichnet), die auch von den älteren Stars ihren Segen bekommt, weil sie mit der richtigen Portion saudade ausgestattet ist (weitläufig übersetzt: Melancholie, aber auch Herzgefühl).

FILIPA CARDOSO wuchs in Alto do Pina, einem sehr traditionellen Bezirk Lissabons, unter vielen Fadistas auf. Sie begann selbst sehr früh zu singen, ihren ersten Auftritt hatte sie bereits mit acht Jahren. Von vielen älteren Fadistas wird Filipa schon früh als „auserwählte Eingeweihte” in den „inneren Kreis” aufgenommen. 2004 gewann sie die prestigeträchtige „Grande Noite do Fado” im Lissabonner Coliseum, ein Wettbewerb, der jährlich von der „Casa da Imprensa” ausgerichtet wird. Seitdem gastierte sie in allen wichtigen Konzertsälen und Fado-Häusern Portugals, und hatte auch als Schauspielerin in vielen Theatern Erfolg. Ihr Debut-Album „Cumprir seu fado” wurde vom legendären Musiker/Komponisten/Sänger Jorge Fernando produziert, der auch für die ersten Alben von Mariza und Ana Moura verantwortlich zeichnet, und vor allem auch durch seine langjährige Zusammenarbeit mit Amalia Rodrigues Kultstatus erlangte. Filipa Cardoso tourte bereits sehr erfolgreich durch Frankreich, Holland, Belgien, Spanien und die USA, und gastierte im Jänner 2012 in der New Yorker Carnegie Hall.

Ob sich der Fado aus den Gesängen der portugiesischen Seeleute oder aus brasilianischen Musikstilen entwickelte, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Seinen Ursprung hat er jedenfalls in den Armenvierteln Lissabons, wo er zunächst in den anrüchigen Kneipen des Stadtteils Mouraria auftauchte. Bis heute blieb der Fado auch die Stimme des Volkes, wenngleich Weltstars wie Mariza die herzzerreißende Musik Portugals in die größten Opernhäuser der Welt tragen. Einen größeren Kreis an Zuhörern erschloss ab den 1940ern erstmals die Ikone Amalia Rodrigues (1920-1999), die Königin des Fado. An die 170 Schallplatten und ein gutes Dutzend Filme dokumentieren die großartige Arbeit des wohl größten Stars Portugals. Die Instrumente Gitarre (Viola) und Laute (Guitarra Portuguesa) werden traditionell von Männern gespielt. Während sich der Gesang in touristisch geprägten Lokalen zumeist auf nur einen Gesangsdarbieter beschränkt, können sich in nicht-kommerziellen Fado-Zusammenkünften der Lissabonner bis zu einem Dutzend Anwesende spontan an einem Fado beteiligen. Dabei trägt jeder Sänger, gefolgt von einem Zwischenapplaus, inbrünstig eine Strophe mit seinem selbst ausgedachten Text bei. Es ist guter Umgangston im nicht-kommerziellen Fado-Lokal, dass nicht nur lobende Zwischenrufe den Fado begleiten, sondern ein virtuos vorgetragener Fado niemals enden sollte, ohne dass deutlich einige Sekunden zuvor der Applaus des Publikums einsetzt.

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