Ojos Negros

Dino Saluzzi ist einer der herausragendsten Künstler Lateinamerikas. In seiner Musik spiegeln sich sowohl die Tradition des argentinischen Tangos und der Folklore als auch die Einflüsse der europäischen klassischen Moderne wider. In seinem reichhaltigen musikalischen Leben hat sein Bandoneon mit unverwechselbarer Stimme unzählige Geschichten gesungen, in Dörfern und Städten, in Kirchen, Theatern und Jazzclubs, bei Kammermusikabenden und internationalen Festivals.

Anja Lechner, ist heute eine der vielseitigsten Cellistinnen, der es gelingt, die Kluft zwischen zeitgenössischer und traditioneller Musik, zwischen Ost und West, Arrangiertem und Improvisiertem zu überbrücken. Die Poesie ihrer Interpretationen übergreift Kulturen, Genres, Stile, und tangiert Grenzbereiche der notierten und improvisierten Musik.

Seit Mitte der neunziger Jahre stehen der argentinische Bandoneonist und Komponist Dino Saluzzi und die deutsche Cellistin Anja Lechner im musikalischen Dialog: Sie spielen eine neue Kammermusik, die ihre Wurzeln in der Tradition der argentinischen Folklore hat. Vor allem im reich facettierten Tango, eine musikalische Form, die von den beiden Musikern so unterschiedlicher Herkunft genuin entwickelt, ja erfunden wurde und sich in einer stetigen Entwicklung im Zusammenspiel, in Improvisation und Wechselspiel immer wieder erneuert, freier und zugleich dichter in der Textur wird. In ihrem Programm bilden die Kompositionen des virtuosen Bandoneonspielers Saluzzi das Zentrum, in dessen Kern der alte Tango „Ojos Negros“ von Vicente Greco steht. „Ojos Negros“ heißt auch die weltweit akklamierte CD, die das Duo bei ECM eingespielt hat. Später folgte dann „El Encuentro“ mit dem Metropol Orchestra und 2011 erschien „Navidad de los Andes“ im Trio mit Cuchara Felix Saluzzi am Saxophon, Dino Saluzzis Bruder. 
Die klassisch ausgebildete Cellistin entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für den Tango. Ihre Begegnung mit dem Poeten des Bandoneons, Dino Saluzzi, eröffnete ihr eine neue Welt, wie sie selbst sagt, „denn die Musik, die er spielte, war ganz und gar seine eigene, schöpfend aus einem Reservoir vitaler Traditionen, die Kraft und Temperament, aber auch Wärme und Gelassenheit seiner lateinamerikanischen Heimat in Szene setzt“. Saluzzi seinerseits hebt Anjas stilistische Unabhängigkeit hervor, ihre Hingabe an das gemeinsame Musizieren. „Sie ist Teil der Musik geworden“, sagt er, „ohne sich von ihren Wurzeln zu lösen. Sie macht nicht den Versuch, Tangospieler zu imitieren, nein, sie hat ihren eigenen Ton, ihre Charakteristik, und das macht den kulturellen Reichtum unseres Projekts aus.“

Besetzung:
Dino Saluzzi, Bandoneon
Anja Lechner, Violoncello

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