DAS KINO

45 Years

Großbritannien 2014; Regie/Drehbuch: Andrew Haigh; Kamera: Lol Crawley; mit: Charlotte Rampling, Tom Courtenay, Geraldine James u. a.; 93 Minuten; Deutsche Fassung

Kate steckt mitten in den Vorbereitungen zum 45. Hochzeitstag, als ihr Mann Geoff plötzlich eine Nachricht bekommt, die ihn in die Vergangenheit zurückversetzt. Vor 50 Jahren verunglückte seine damalige Freundin tödlich bei einem Unfall in den Schweizer Alpen. Jetzt erst ist ihr Leichnam gefunden worden, eingefroren im Eis und in der Zeit. Kate und Geoff sind geschockt. Nach außen geht alles seinen gewohnten Gang. Doch die Kamera registriert behutsam, wie ein eingespieltes Zusammenleben aus dem Takt gerät. Welches Gefühl wird nach 45 Jahren Ehe Bestand haben, am großen Hochzeitstag?

Regisseur Andrew Haigh entwickelt sein behutsames Seelendrama mit souverän subtiler Dramaturgie sowie enormer emotionaler Präzision – und findet dabei noch genügend Raum für britischen Humor. „45 Years“ ist ein Film der Gesten und Blicke, ein Fest der Schauspielkunst, getragen von Charlotte Rampling und Tom Courtenay. Beide wurden bei der Berlinale 2015 mit dem „Silbernen Bären“ für ihre grandiose Darstellung ausgezeichnet. Einen besonderen Reiz erhält diese Besetzung durch den Umstand, dass die beiden Hauptdarsteller bis heute als Ikonen der 1960er-Jahre gelten. Wenn Geoff sagt: „Du warst ein wilder Feger“, sehen wir Charlotte Rampling als Model und Starlet im Swinging London. Und wenn Kate antwortet: „Du warst so cool“, sehen wir den jungen Tom Courtenay in „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ oder in „Billy Liar“.

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