DAS KINO

Toni Erdmann

Deutschland/Österreich 2016; Regie/Drehbuch: Maren Ade; Kamera: Patrick Orth; mit: Peter Simonischek, Sandra Hüller, Michael Wittenborn, Thomas Loibl; 162 Minuten

Peter Simonischek ist Toni Erdmann. Und er ist Winfried, 65 Jahre alt, ein Musiklehrer mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen, der mit seinem alten Hund zusammenlebt. Seine Tochter Ines – gespielt von Sandra Hüller – ist eine Karrierefrau, die um die Welt reist, um Firmen zu optimieren. Vater und Tochter könnten unterschiedlicher nicht sein: er der gefühlvolle, sozialromantische Alt-68er, sie die rationale Unternehmensberaterin.

Nach dem Tod seines Hundes beschließt Winfried spontan, Ines zu besuchen und überrascht sie mit Scherzgebiss und Sonnenbrille in der Lobby ihrer Firma. Winfried nervt seine Tochter mit lauen Witzen und der unterschwelligen Kritik an ihrem leistungsorientierten Leben. Vater und Tochter stecken in einer Sackgasse. Es kommt zum Eklat.

Man darf kaum mehr über den Film schreiben, weil man sonst die wunderbaren Wendungen vorwegnimmt, die die Geschichte von Ines und Winfried alsbald nimmt. Andererseits kann man auch kaum etwas über den Film verraten, denn sein einzigartiger Humor und seine große Empathie kommen erst über die gesamte Filmlänge zum Tragen. Peter Simonischek und Sandra Hüller lassen sich bedingungslos auf ihre Rollen ein und verleihen ihnen eine wilde Lebendigkeit, die berührt. 

„Toni Erdmann“ wurde in Cannes von Publikum und Kritik als Favorit und mit Standing Ovations gefeiert und erhielt den Fibresci-Preis, den die Filmkritik für das beste Werk vergibt. Weiters wurde er mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet und für den Oscar nominiert.

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