Alma

Oeo

„Hoe-ho!“ Jodeln – frei gedeutet ist es das Esperanto der alpenländischen Musik. Eine Welthilfesprache, die der internationalen Kommunikation dient, hat im Alpenraum eine Schwesternsprache, die auf den ersten Blick nicht danach aussieht. Wie kann das sein? Ganz einfach: Die wohlklingende Sprachmelodie des Jodelns kann Botschaften weiterleiten, denen die Hochsprache nie nachkommt: Gefühlsstimmungen ausdrücken, die Zeit überdauern oder einfach glücklich machen.

Befreit man die oben erwähnte Jodelsilbe von ihren Konsonanten, landet man bei „Oeo“, dem programmatischen Titelstück des Programms und befindet sich unweigerlich in der Jetztzeit. Einmal mehr bringen Alma Zeitgenössische Volksmusik zu Gehör, vor allem in ihren Eigenkompositionen. Sie verarbeiten in ihren Stücken stets das, was sie umgibt, und durch sie durchfließt, das ist vielschichtig – sie schreiben sich ihre Stücke von der Seele, im wahrsten Sinne des Wortes: „Oeo“ – ein Lied in Zaubersprache, „Ruhe“ – ein oft vermisstes Gefühl, „Unknown Peace“ – ein fiktiver Zufluchtsort, „Lima Lama“ – die klingende Fotostrecke einer gemeinsamen Reise, oder etwa ihre mit Liebe und Sorgfalt ausgewählten traditionellen Stücke, wie dem „Kiahmelcher“, einem der schönsten Jodler aus dem Salzkammergut, oder „Questa Mattina“, einer süditalienischen Pizzica Taranta, die im Freitod ein jähes Ende findet. Dass Musik den Tod überdauern und somit ein Quäntchen mehr an Unsterblichkeit erlangen kann, zeigt sich in „Tracking Schmalnauer“, auf den Spuren eines Hallstätter Salinebeamten des 19. Jahrhunderts, und in „Bruckner Rewind“, einer musikalischen Zeitreise Anton Bruckners zurück zu seinen Wurzeln ins öberösterreichische Traunviertel. 

Wenn dabei ein zeitloses Gefühl von Heimat entsteht, ist das nur erfreulich. Alma versuchen reflektierte Heimatgefühle beim Konzertbesucher auszulösen, womöglich sogar Gefühle einer Sozialisation ohne Raumbezug, sondern nur im Herzen oder in einem früheren Leben. Apropos Herz: Der Landler. Die Urform der österreichischen Volksmusik. Darin verpackt befindet sich der Herzschlag. Das ist kein schlechter Scherz, sondern die reinste Wahrheit: Die Betonungen in dieser dreivierteltaktigen Gattung liegen auf den Taktzeiten eins und drei. Daraus ergibt sich ein Rhythmus, der einem gesunden, pumpenden Herzmuskel ähnelt: bumm-bumm. bumm-bumm. bumm-bumm. Schlussfolgerung: Alma spielen nicht nur Seelenmusik, es geht noch näher: Herzensmusik! 

Besetzung:
Julia Lacherstorfer – Geige, Gesang 
Evelyn Mair – Geige, Gesang 
Matteo Haitzmann – Geige, Gesang 
Marie-Theres Stickler – Diat. Harmonika, Shruti Box, Gesang
Marlene Lacherstorfer – Kontrabass, Harmonium, Gesang

Alma Biographie:
Alma haben der traditionellen Volksmusik ein modernes, lässiges Gewand übergeworfen, ohne  sie dabei zu verkleiden: Julia, Matteo, Marlene, Evelyn und Marie-Theres spielen Geige, Bass und Akkordeon, sie singen und jodeln, beschwingt und humorvoll, gefühlvoll und melancholisch. Almas Musik löst Emotionen aus, sie kommt direkt aus der Seele und möchte Menschen dort erreichen, wo deren eigene Wurzeln schlummern. Seit 2011 verbindet Alma volksmusikalische Bodenständigkeit spielerisch mit komplexen Arrangements und tourt damit durch die Weltgeschichte. Weil ganz selbstverständlich Klassik und Volksmusik, Ländler und Polka, Jodler und Walzer, Bourrée und Musette Seite an Seite erklingen, weil alles, ob Freude, Glück oder Melancholie, echt ist, weil hier jeder Ton mit großem Respekt gesetzt und der Inspiration immer genügend Raum gelassen wird, sprengt Almas Musik Grenzen ohne mit musikalischen Traditionen zu brechen. 2013 erschien ihr Debütalbum „Nativa“ auf dem Label col legno, ihr zweites Album „Transalpin“ folgte im Mai 2015. Das dritte Album mit dem dadaistischen Titel „Oeo“ folgt 2017 und ist dem Esperanto der alpenländischen Musik gewidmet.

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