Erwin Steinhauer

Die letzten Tage der Menschheit

Gedenkjahr 2018 – 100 Jahre Republik Österreich; von Karl Kraus, Fassung: Franz Schuh

Hundert Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges beleuchtet der große Schauspieler Erwin Steinhauer in einem szenisch-musikalischen Abend im OVAL die Zeit, als alles losbrach. Er schlüpft mit seiner Stimme und Darstellungskunst in dutzende Rollen der Monstertragödie „Die letzten Tage der Menschheit“, in welcher der Satiriker Karl Kraus die anfängliche Kriegsbegeisterung in der Habsburger-Monarchie als eine Ansammlung von hohlen Phrasen, menschlicher Dummheit und Verlogenheit entlarvt. Mit Witz und erbarmungsloser Schärfe liest Karl Kraus seiner Zeit die Leviten – und Erwin Steinhauer fesselt das Publikum mit der Präzision seiner Sprachkunst.

Das Personal des Weltuntergangs
Beitrag in der Kronen Zeitung

Karl Kraus’ Drama „Die letzten Tage der Menschheit“ ist mehr als ein Monumentalwerk über das nationale Drama der Österreicher, die menschliche Niedertracht, Grausamkeit und Dummheit. Es ist ein Großmachtdrama über die Hochzeit der Phrase! Und Phrase ist nichts anderes als das an der Sprache desinteressierte Wort, das bis heute im Journalismus wild um sich spricht! Es geht nicht um die bewußte Individual-, sondern um die unbewußte Kollektivschuld, um diesen absoluten Mangel an Schuldbewußtsein. Ein gravierendes, höchst aktuelles Moment, eine Haltung, die uns Österreicher bis heute auszeichnet. Einem Marstheater hat Karl Kraus seine Weltkriegstragödie zugedacht, weil sie mit ihren 200 Szenen nicht nur im Umfang über jede menschliche Vorstellung hinausgeht. Franz Schuh hat daraus eine eindringliche Fassung destilliert. Erwin Steinhauer, einer der profiliertesten österreichischen Schauspieler, versucht, dem Autor gerecht zu werden, der über sich sagt: „Wenn ich vortrage, so ist es nicht gespielte Literatur. Was ich schreibe, ist geschriebene Schauspielkunst!“

Die Musik ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Produktion, sie ist das akustische und emotionale Fundament, schafft die Räume, in denen sich der Text entfalten kann. Collageartig montierte Versatzstücke aus Militär- und Salonmusik, Operette und Heurigenlied sowie abstrakte filmisch gedachte Klangflächen, lassen eine grausam-komische, verstörende und wienerische Weltuntergangsoperette erklingen.

„Die letzten Tage der Menschheit“ von Karl Kraus, Fassung: Franz Schuh

Besetzung:
Erwin Steinhauer, Stimme
Georg Graf, Saxophon, Klarinette, Flöte
Pamelia Stikney, Theremin*
Joe Pinkl, Tuba, Pausaune, Klavier
Peter Rosmanith, Perkussion, Hang

*Theremin
Das Theremin ist ein 1919 erfundenes elektronisches Musikinstrument. Es ist das einzige verbreitete Musikinstrument, das berührungslos gespielt wird und dabei direkt Töne erzeugt. Sein Name geht auf den Erfinder, den Russen Lew Termen, zurück.

Homepagewww.erwinsteinhauer.at

OVAL – Die Bühne im EUROPARK ist stolzer Partner von: